Epiphyllum hookeri subsp. guatemalense var. monstrosa

Epiphyllum hookeri subsp. guatemalense var. monstrosa

Beitragvon Tetje » Mi 29. Jul 2015, 20:25

Hallo zusammen,

über diese Epiphyllum gibt es kaum brauchbare Informationen. Ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt?

Sturm und Garten Tetje 07.2015 023.JPG
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Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Gast » Mi 29. Jul 2015, 21:22

Lieber Tetje!
Die wird manchmal auch als Epiphyllum 'Curly Kay' angeboten.
Gast
 

Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Tetje » So 27. Sep 2015, 20:54

Hallo zusammen,

die Frucht hat sich wohl eine Maus gegönnt. :roll: :roll:
Meine Pflanze hat sich prächtig im Garten entwickelt. Selbst den starken Hagel, den wir gehabt haben, hat die E. guatemalense fa. monstrosum gut überstanden.
Ein typisches Merkmal sind die gekräuselten Blätter
und der Rand der älteren Blätter ist immer braun. Guatemalense bedeutet aus Guatemala stammend und das Wort Monstrosa bedeutet so viel wie das Monster. :roll:

Farn, Epiphyllum u. neue ET-Züchtung 2015 007.JPG


Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Botaniker einer Art, wenn sie dann eine ist, so einen "schwachsinnigen" Namen gegeben hat.

Farn, Epiphyllum u. neue ET-Züchtung 2015 008.JPG


Die braunen Stellen sind vom Hagel.

Farn, Epiphyllum u. neue ET-Züchtung 2015 010.JPG


Die Schreibweise kann auch so nicht korrekt sein. Was soll das "fa." bedeuten?

Es wird nicht mehr lange dauern und meine Epiphyllum wird in den nächsten Tagen blühen. Auffällig ist, das sich die Knospen nur an den ausgereifen, älteren Blättern bilden.

Farn, Epiphyllum u. neue ET-Züchtung 2015 011.JPG
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Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Gast » So 27. Sep 2015, 21:17

Lieber Tetje,

laut Plantlist ist Epiphyllum guatemalense ein Synonym für Epiphyllum hookeri subsp. guatemalense. Wenn das so korrekt angegeben ist würde das mit "fa. monstrosum" hinten dran noch seltsamer klingen. Ich denke es ist hier vielleicht etwas Handelsgeprägtes - ein wenig Verkaufsförderung?

Das fa. könnte für forma stehen, denke ich.

Das monstrosum hat vielleicht etwas mit dem zu tun, wofür wir hier auch ein eigenes Kakteen-Unterforum (... Kristate und Mutationen) haben. Es scheint bei Kakteen und Sukkulenten Veränderungen zu geben in Form von Kristaten oder als Monstrose - ich denke Ada kann uns hier sicherlich Auskunft geben, was dies genau bedeutet und wodurch es verursacht wird.
Gast
 

Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Ada » Di 29. Sep 2015, 11:45

Hallo zusammen,

wenn ich richtig informiert bin, dann handelt es sich bei dieser Form der Verbänderung der Blätter um eine Kristate. Bei einer Kristate verbreitet sich der Vegetationspunkt (Meristem) im Scheitel der Pflanze bzw. des Blattes zu einem Band, das nach beiden Seiten vermehrt Zellen abgibt.

Kristate entstehen bei vielen Kakteen auch in der Natur häufig, die Ursache ist umstritten, es gibt viele Erklärungsversuche, die Theorie mit Viren als Verursachern wird immer wieder bezweifelt.

Bei der Art Epiphyllum guatemalense soll es öfter zu solchen welligen lockigen Blättern kommen, aber meist nur vereinzelt in den Pflanzen, die ansonsten normale Blätter haben. Diese einzelnen welligen lockigen Blätter sollen der Pflanze entnommen und gärtnerisch vermehrt worden sein, um eine interessante Zimmerpflanze zu erhalten.

Insofern hast Du recht, liebe Ivonne, dass diese Form von Epiphyllum guatemalense eigentlich in das Unterforum 'Kakteen- und Sukkulenten Hybriden, Kultivare, Kristate und Mutationen' gehört, denn es ist keine Varietät einer Art, sondern eine besondere Wuchsform einer Art, also eine Kristate oder Mutation.

Übrigens: Monströse Formen bei Kakteen zeigen ein unkontrolliertes Wachsen und Sprossen, wodurch eher klumpenartige Wuchsformen entstehen. Der wohlbekannte 'Felsenkaktus' soll eine Mischform aus kristatem (kammförmigem) und monströsem Wachstum sein.

Ich frage mich daher, ob bei unserem lockigen Epiphyllum guatemalense die Angabe 'fa. monstrosa' eigentlich richtig ist, oder ob botanisch nicht 'fa. cristata' korrekt wäre. Wie Du oben schon schreibst, liebe Ivonne, kann auch das durchaus etwas handelsgeprägtes und verkaufsförderndes sein, denn 'Monster' verkaufen sich vielleicht besser als 'Kristate', :mrgreen:

liebe Grüße,
Ada
Ada
 

Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Gast » Di 29. Sep 2015, 19:18

Danke liebe Ada,

für die Erklärungen. :)
Gast
 

Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Tetje » Mi 30. Sep 2015, 13:27

Hallo zusammen,

interessant wäre herauszufinden, wer sich diese seltsame Bezeichnung hat einfallen lassen. :roll: :roll:

"Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum"

Dr. Ralf Bauer kennt vielleicht die Antwort. 8-)

Ich persönlich vermute auch eher ein findiger Geschäftsmann, das DGF bleibt aber an dem Thema dran.... :)
Viele Grüße
Tetje

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Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Gast » Mi 30. Sep 2015, 13:47

Hallo Ihr Lieben,

interessant wäre es hier auch herauszufinden, ob er geselbstet werden kann und wenn ja ob die Sämlinge normal aussehen oder ebenfalls Veränderungen aufweisen. Und falls sie normal aussehen ob sie eine Neigung zeigen solche Blätter hin und wieder auszubilden. ;)
Gast
 

Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon Tetje » Mi 30. Sep 2015, 13:52

Hallo Ivonne,

die Art, wenn sie dann eine ist, soll selbtfertil sein, das ist bekannt. 8-)

Da meine in den nächsten Wochen blühen wird, werde ich versuchen
das durch ein Experiment zu bestätigen.
Viele Grüße
Tetje

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Re: Epiphyllum guatemalense fa. monstrosum

Beitragvon CamelliaDebbie » Sa 3. Okt 2015, 13:04

Hallo Ihr lieben,

dass monströse- oder cristata-Formen in der Kakteenwelt ziemlich oft vorkommen ist schon seit langem bekannt.

Hier eine Definition aus: Kakteen - Erich Götz - Gerhard Gröner - Quelle: Ulmer Verlag:

Cristata-Form = Abweichende, breit hahnenkammartige Wuchsform, bei der der sonst übliche Vegetationspunkt verbreitert ist zu einem Vegetationsscheitel. Cristata-Formen können durch Pfropfen vermehrt werden.

Monstrosus-Form = Eine unregelmäßige, anormale Wuchsform, bei der die übliche Anordnung der Rippen und Areolen nicht ausgebildet wird.

Auf deutsch wird dieses Phänomen (monströs) auch als Triebsucht bezeichnet - also verändertes Wachstum der eigentlichen Triebe und nicht der Pflanzenspitze - deshalb ist diese Unterscheidung zwischen monströs und cristata so wichtig.
Das Fremdwort monströs - auf welches sich das Wort Monstrosus bezieht - kommt aus dem Lateinischen:
mons|trös 〈Adj.〉

1 groß u. scheußlich; ein ~es Gemälde, Kunstwerk

2 missgestaltet; ein ~es Ungeheuer
lat. monstrosus »wunderbar, widernatürlich; ungeheuerlich; missgestaltet; scheußlich

oder aber wie Walther Haage schreibt - einfach "bizarr gestaltet"

Man darf das Wort monstrosum nicht in der heutigen Alltagssprache verstehen sondern im Zusammenhang mit der Nomenklatur in der Biologie. Ein Botaniker konnte damit eine andersartige Wuchsform beschreiben und alle anderen konnten erkennen - aha - die sieht anders aus.

Über die möglichen Ursachen für die beiden genannten Veränderungen habe ich schon interessante Ansatzpunkte in der Literatur gefunden - dazu aber erst morgen wieder mehr - bin noch am recherchieren...
CamelliaDebbie
 

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