Aloe – die Verwendung in der Medizin

Aloe – die Verwendung in der Medizin

Beitragvon Ada » Sa 18. Jul 2015, 15:43

Die Gattung Aloe enthält über 100 Arten, von denen ungefähr die Hälfte für die Medizin und Volksheilkunde von Bedeutung sind.

Im Zellsaft dieser Aloe-Pflanzen ist das Anthrachinoderivat Aloin enthalten, daneben weitere aloinähnliche Substanzen wie Nataloin und Homonataloin. Weitere Bestandteile sind u.a. die Aloinoside A + B, Aloeemodin, Chrysophanol, Phenol, ätherische Öle sowie hormonartige Substanzen. Darüber hinaus enthalten die Harze der Aloen p-Cumarsäure bzw. Zimtsäure.
Die Menge der Substanzen kann je nach Aloe-Art und klimatischen Bedingungen stark schwanken.

Zur Gewinnung des Aloins werden die Blätter im vollen Saft abgeschnitten. Der austretende Saft riecht sehr stark und schmeckt bitter. Der Saft wird durch Kochen eingedickt und kommt unter verschiedenen Bezeichnungen in den Handel: Kap-Aloe, Sokotra-Aloe, Curacao oder Barbados-Aloe. Diese Bezeichnungen weisen auf die Herkunft der verschiedenen Aloe-Arten hin.
Den höchsten Aloingehalt (33-40%) hat die Barbados-Aloe, botanisch 'Aloe barbadensis', deren im Handel erhältliche Produkte heute meistens 'Aloe vera' genannt werden.
Dieser Name wird mittlerweile auch für die Pflanzen selbst verwendet, was aber taxonomisch nicht korrekt ist.

Es gab und gibt eine Vielzahl von Anwendungen der Aloe bzw. des Aloins:
Früher wurde der bittere Saft dazu benutzt, um kleinen Kindern das Fingernagelkauen abzugewöhnen.
Es gibt eine Vielzahl von Anwendungen in der Homöopathie. Aloin kann innerlich als starkes Abführmittel verwendet werden, äußerlich wird es als verdünnte Tinktur bei Verbrennungen, Geschwüren, schlecht heilenden Wunden und verschiedenen Hautkrankheiten angewendet (z.B. wirkt es sehr gut gegen Insektenstiche oder Sonnerallergien). Aloin soll auch eine antibiotische Wirkung haben.

Wichtige Hinweise:

Im Falle einer innerlichen Anwendung sollte man sich auf jeden Fall medizinisch beraten lassen, da das Aloin bei einer Überdosierung u.a. zu Leberschädigungen führen kann, des Weiteren kann es zu Fehlgeburten bei Schwangeren führen.
Bei einer äußerlichen Anwendung sollte man sich genau an die Dosierungsanleitung halten, bzw. das Produkt zunächst vorsichtig austesten (Gebrauchsanweisung lesen).

Auf Grund der großen Aloe-vera-Welle der letzten Jahre (nicht nur Kosmetika, auch Spül-, Wasch-, Putzmittel usw. werben heute mit dem Inhalt von 'Aloe vera') werden z.B. im Internet jede Menge Aloe-Pflanzen als 'Aloe vera' angeboten, die gar nicht zur Art 'Aloe barbadensis' gehören, also gegebenenfalls auch schädliche Substanzen enthalten können, aber alle werden mit den Prädikaten gesund, essbar, heilsam usw. angepriesen.
Man sollte unbedingt sicherstellen, dass man eine artreine 'Aloe barbadensis' hat, bevor man damit z.B. seinen Mückenstich behandelt.


Abgesehen von alldem ist die Aloe barbadensis aber auch eine sehr schöne Pflanze, die sich sehr gut als Kübelpflanze eignet, die keine besonderen Kulturansprüche stellt und die uns, wie alle Aloen, mit ihren schönen Blütenständen erfreut,

viele Grüße,
Ada
Ada
 

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