Eine moralische Frage

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Eine moralische Frage

Beitragvon Retrogal60s » So 21. Jun 2015, 11:27

Guten Tag liebe Community,

ich bin naturverbunden und laufe/spaziere/radfahre sehr oft im Wald und betrachte dabei die wunderschöne Pflanzen und deren Blüten dort. Gerade lese ich ein Buch (auf Englisch) getitelt *Where have all the wildflowers gone?* - Wo sind alle Wildblumen hin? Finde ich sehr passend denn wir züchtern, und züchtern manchmal, und vergesse dabei die schönen Wildblumen/Kräuter die meistens vor der Tür stehen. Zumindesten befinde ich mich gerade in diesem Stadium und mache mir Gedanken über meinem zukünftigen Garten.

Ich fange an, auch Samen vom Wald zu sammeln, obwohl sie im Handel zu kaufen sind z.B. Wicken finde ich super schön, Fingerhut / Digitalis ist auch eine meine Lieblingsblume. Es geht nicht ums Geld sondern ich möchte mit dem Umgang der Natur Ubung sammeln.

Nun wenn ich einen Sämling finde, würdet Ihr sagen, daß es unmoralisch ist, den Sämling aus dem Waldboden zu graben und nach Hause in den Garten oder vorübergehen in den Topf umzusetzen ? Was meint ihr dazu ? Auf Eure Meinung bin ich gespannt. Danke.
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Viele Grüße,
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Ivonne Schönherr » So 21. Jun 2015, 11:40

Bitte weder Samen noch Pflanzen aus der Natur entnehmen. Viele sind inzwischen vom Aussterben bedroht und solche Arten sind in allen Pflanzenteilen geschützt, das umfasst auch Samen. Bedenke auch das Samenstände auch für viele bedrohte Tierarten Nahrung sind. Und auch in der Natur sind viele Bestände in ihrer Existenz von der Aussamung abhängig. Wenn jeder denken würde ach die paar Samen, dann ... werden auch die noch nicht bedrohten Arten, sich schon bald auf der zu Schützenliste befinden.

Achte zusätzlich auf Gebiete die mit dem Naturschutzgebiet Symbol umgeben sind, unterliegen auch ansonsten nicht geschützte Pflanzen einem besonderen Schutz.

Es gibt viele Wildsamenhändler in Deutschland, die gärtnerisch vermehren, aber keine Auswahlzuchten betreiben - du kannst dich auch bei den Landesnaturschutzorganisationen erkundigen, die haben manchmal Anbieter der Regionen die z.B. dann für Renaturierungsprojekte Samen liefern und daher strengen Auflagen bei der "Natürlichkeit" ihres Saatgutes unterliegen.
Ivonne Schönherr
 

Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Tetje » So 21. Jun 2015, 12:28

Wenn du Naturverbunden bist, dann respektiere die Natur und lass die Finger von solchen fragwürdigen und unmoralischen Aktionen.
Im Fachhandel erhälst du fast alle Wildblumensamen ;) , so eine Entnahme aus der Natur kann sehr teuer für dich werden... 8-)
Viele Grüße
Tetje

„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Retrogal60s » So 21. Jun 2015, 13:39

Deshalb frage ich. Ich habe Einheimischen die das machen, Pilzen , Samen im Wald sammeln begegnet.
Viele Grüße,
Retrogal60s
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Ivonne Schönherr » So 21. Jun 2015, 13:59

Speisepilzen (auch geschützte Arten) dürfen auf öffentlichen Waldesgrund für den privaten Verzehr in geringen Mengen entnommen werden, sofern es natürlich kein Naturschutzgebiet ist. Ich glaube das ist noch ein altes Gewohnheitsrecht. Die Wurzeln sollten am Wuchsort verbleiben. Also die Pilze abschneiden und nicht rausreißen.

Kiloweise Pilze aus dem Wald tragen, wird zu einem Bußgeld führen, wenn man erwischt wird. Bestimmte Pilze wie Trüffel und Grünlinge dürfen nicht gepflückt werden. Gewerbsmäßiges Pflücken ist nicht gestattet - dafür bräuchte man eine Genehmigung.

Wieviele Pilze als noch erlaubte Menge gelten mußt du in deiner Gemeinde erfragen, das kann von Ort zu Ort unterschiedlich sein.

Bei Wäldern in Privatbesitz darf nur mit Zustimmung des Eigentümers/Pächters gepflückt werden.
Ivonne Schönherr
 

Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Tetje » So 21. Jun 2015, 17:12

Hallo Babe,

deshalb bewundere ich deine Heimat, dort hält sich die Mehrheit der Menschen an Regeln und Gesetze... :--D ;)
Viele Grüße
Tetje

„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Retrogal60s » Mo 22. Jun 2015, 07:36

Als ich hier Deutschland zum ersten Mal in die Straba gefahren bin, fragte ich die Leute ob essen und trinken in der Straba erlaubt ist. Die Leute habe mich angesehen sowie ich vom Mars wäre! In meine Heimat dürfen wir nicht, beklage ich mich darüber auch nicht, deshalb sind unsere öffentlichen Vekehrsmittel sauber und langlebig.
Viele Grüße,
Retrogal60s
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Ivonne Schönherr » Mo 22. Jun 2015, 07:59

Also hier bei uns in der Gegend ist Essen und Trinken in Bus und Straßenbahn nicht erlaubt.
Ivonne Schönherr
 

Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Retrogal60s » Mo 22. Jun 2015, 08:55

Moin moin, echt? Hier schon, oder mindestens damals. Fahre seitdem kaum Straba. Ich halte es für wichtig daß wenn man zu Besuch oder Auffenthalt die Regeln/Kultur von Gastgeber (Person, Land usw) respektieren sollte.
Viele Grüße,
Retrogal60s
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Re: Eine moralische Frage

Beitragvon Tetje » Mo 22. Jun 2015, 16:42

Wenn alle so denken und handeln würden hätten wir wesentlich weniger Probleme. 8-)
Auch ich halte mich an die Regeln im Ausland, auch wenn sie manchmal für unseren
Kulturkreis unverständlich sind.

Ich habe stets gute Erfahrung diesbezüglich gemacht und bin gut mit den Einheimischen
zurecht gekommen.

Deshalb würde ich niemals Pflanzen oder Samen aus der Natur ohne Erlaubnis nehmen...... ;)
Viele Grüße
Tetje

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