Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Dahlie » Mi 8. Mai 2019, 12:05

Hallo zusammen,

aufgrund des immer häufiger ausbleibenden Regens und der sehr sandigen Bodenbeschaffenheit habe ich bereits vor 3 Jahren begonnen, die Bodenbeschaffenheit einzelner kleiner Beete versuchsweise durch Einbringen von Pflanzenkohle, Urgesteinsmehl, Bentonit und Perlite zu verbessern. Zwar war ich ob der Erfolge skeptisch, doch waren die Ergebnisse derart positiv, dass ich mich nun entschlossen habe, bei der Neugestaltung des Dahlienschaugartens großflächig die Bodenverbesserung vorzunehmen. Ein erster Erfolg ist bereits die Veränderung der Bodenfarbe wie man auf den Bildern sehen kann.

Aus meinen Erfahrungen stellen sich relativ schnell Erfolge bezüglich der Wasserspeicherkapazität ein, somit spart man Gießwasser, denn man muss seltener sprengen. Zudem siedeln sich viele Regenwürmer an. Mit den Produkten von Du musst registriert und eingeloggt sein, um Links sehen zu können. bin ich höchst zufrieden.

Ziel ist es, Terra Preta herzustellen. Natürlich kann man auch bereits fertige Terra Preta erwerben. Allerdings ist mein Boden derart sandig, dass ich selber die Bodenhilfsstoffe zusammen mische. Ich habe circa 2 cm Pflanzenkohle, 0,5 cm Urgesteinsmehl, eine dünne Schicht Perlite und 1 cm Bentonit aufgetragen. Zwar ist die Pflanzenkohle und das Bentonit extrem staubarm, ich hab trotzdem jede Schicht leicht gewässert, damit mir der Wind nicht die Bodenhilfsstoffe weg weht. Um die Pflanzenkohle aufzuladen, muss reichlich pelletierter Rinderdung und Hornspäne beigemischt werden. Danach habe ich alles circa 20 cm tief mit einer Bodenfräse eingearbeitet. Das Resultat sieht man auf dem Bild deutlich. Rechts der unbearbeitete Boden und links der bearbeitete.

P1000109.JPG


P1000117.JPG
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Jens
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Re: Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Martin » Mi 8. Mai 2019, 16:56

Hallo Jens,

als ich vor zwanzig Jahren einen neuen Garten anmietete, war der Boden dort ebenfalls sehr sandig. Mit Ton und Lehm habe ich ihn nachhaltig verbessern können. Auch letztendlich durch Flächenkompost konnte ich die Wasserverdunstung deutlich reduzieren. Pflanzenkohle habe ich nur im Kräuterbeet, oder ins Pflanzloch bei edlen Pflanzen wie Itoh-Paeonien beigegeben. Da mir die Anschaffung, bzw. die Herstellung der Kohle für 800 qm doch etwas aufwendig erschien. Ich glaube dass es sich für kleinere Gärten jedoch lohnt den Boden mit Terra Preta zu verbessern. Die Kräuter und Pfingstrosen scheinen wüchsiger und gesünder zu wirken.
Viele Grüße
Martin
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Re: Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Tetje » Mi 8. Mai 2019, 19:28

Hallo zusammen,

man hat viele Jahrzehnte geforscht und wusste nicht wie auf engstem Raum die Ureinwohner im Urwald
ihre große Bevölkerung ernähren konnten. Bis man durch Aufnahmen aus der Luft die schwarze Erde
entdeckt hatte.
Man hat die Erde "Terra Preta" getauft, aber bis heute nicht die Zusammensetzung geknackt. Holzkohle
und Asche der Holzkohle waren z. B. Bestandteil dieser einzigen Erde die sich selber vermehrt hat.

Vor Ort in Mittel- und Südamerika wird immer noch geforscht, leider ohne Erfolg. Jens, vielleicht knackst du den Code mit der Zusammensetzung.

Das soll der wahre Schatz, das Gold von El Dorado sein........ :o ;) :--D

Leider haben die Spanier das nicht erkannt. :shock:
Viele Grüße
Tetje

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Re: Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Dahlie » Do 9. Mai 2019, 08:12

Hallo Martin,

Herr Otto hat das in Lüneburg auch so gemacht. Er hat sich per Schubkarre Lehmboden besorgt und dann damit den sandigen Gartenboden in ein fruchtbares Stück Land verwandelt. Hätte ich auch machen können, nur hier gibt es keine Lehmvorkommen und bei 2000 qm wäre das mit einer Schubkarre natürlich auch sehr anstrengend.

Du hast natürlich Recht, es ist sehr anstrengend und zeitaufwendig alle Bodenhilfsstoffe auf der neuen 500 qm großen Fläche einzuarbeiten. Die Versuche auf kleineren Beeten haben aber gezeigt, dass es sich lohnt, weil die Pflanzen die extreme Trockenheit länger ohne Sprengen überstehen.
Grüne Grüße
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Re: Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Dahlie » Do 9. Mai 2019, 08:39

Hallo Tetje,

Du hast Recht, die Formel für die Terra Preta Amazoniens ist noch nicht geknackt, aber die verfügbaren Produkte kommen ihr schon sehr nahe. Aber vielleicht findet sich die Formel ja durch die Versuche bei mir. Ich habe mir jetzt auch noch einen Sack Kieselgur zum Testen zur neunen Lieferung von "Pflanzenkohle" dazu bestellt. Es soll die Wirkung von Pflanzenkohle verstärken und die Pflanzenzellwände stärken. Ich bin gespannt und werde berichten.

Aber es ist noch unglaublicher als man es sich vorstellen kann. Ohne die von den Ureinwohnern hergestellte Terra Preta würde es den Urwald in dieser Form gar nicht geben, denn unter der fruchtbaren Erdschicht von circa 1,5 Metern befindet sich reiner Sandboden. Der Mensch kann also auch positiv auf Ökosysteme einwirken. ;)
Grüne Grüße
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Re: Bodenverbesserung mit Pflanzenkohle

Beitragvon Tetje » So 12. Mai 2019, 13:23

Hallo Jens,

zu der Zeit hat der Mensch auf eine unglaublich kleinen Fläche im Urwald gelebt, aber stets mit der Natur.
Das natürliche Gleichgewicht wurde beachtet und der Kreislauf der Natur ist verstanden worden. Daher auch
die "Erfindung und Anwendung von Terra Preta".

Die kleinen Flächen die der Mensch im Urwald besiedelt hatte (Ureinwohner) , das waren unter 0,1% sind alle verschwunden
und fast zugewachsen. Den Urwald gibt es über Jahrtausende und der brauchte eine sehr lange Zeit den Menschen nicht. Im Gegenteil, wir sind
auf Sauerstoff und das Leben im Urwald angewiesen. ;)

Eine LKW Ladung Lehm wird nicht ganz billig bei dir in der Gegend sein ist aber unerlässlich und ein wichtiger Bestandteil für die Rekultivierung vom sandigen Boden.

Weiterhin viel Erfolg. :--D
Viele Grüße
Tetje

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