Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Martin » So 7. Jun 2020, 10:12

Hallo zusammen,

das Vermehren von Stauden oder Kleinsträuchern mit niederliegenden Trieben ist an sich nichts Besonderes. Erde auf den Trieben der Staude oder des Kleinstrauches häufen. Cirka 6 Wochen warten und danach den bewurzelten Trieb mit der Schere oder dem Spaten abstechen. Leider fällt dabei oft das Erdreich von dem Absenker ab. Im schlimmsten Fall stirbt der Absenker beim pflanzen an einem neuen Standort ab. Eine Verbesserung stellt das Abtopfen dar. Hierbei wird in dem Boden eines Kunststofftopfes ein Loch mit der Schere geschnitten.
IMG_8271.JPG

Dieser Topf wird über dem niederliegenden Trieb gestülpt und der Topf ca. halbhoch mit Erde gefüllt.
Ich hatte den Absenker oberhalb noch entspitzt, um die Verzweigung zu fördern.
IMG_8272.JPG

Dies hat zwei entscheidende Vorteile. Zum Einen erhalten wir später einen kompakten durchwurzelten Wurzelballen. Und Zweitens können wir den Absenker durch den halbhoch gefüllten Topf mit Erde regelmässig wässern. Durch die gleichmässige Versorgung mit Wasser bildet der Absenker schneller Wurzeln. Nach etwa 6 Wochen wird der Topf vorsichtig angehoben und mit einer Schere von der Mutterpflanze abgeschnitten.
IMG_8273.JPG

Das Ergebnis. Eine kräftig durchwurzelte Pflanze, die eingepflanzt werden kann und am neuen Standort problemlos weiter wächst.
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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Martin » So 7. Jun 2020, 10:17

Hallo zusammen,

hier noch das letzte Foto der Staude einer Großen Sternmiere (Stellaria holostea) nach etwa 6 Wochen.

IMG_8270.JPG
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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Martin » Mo 8. Jun 2020, 09:48

Hallo zusammen,

auch diese Methode des Abtopfens funktioniert. Im Brett oberhalb des Pfahls wird ein Schlitz gesägt, damit der Trieb des Strauches mittig fixiert werden kann. Jeden Tag etwas Wasser in den Topf geben und nach 6 Wochen kann der bewurzelte Absenker seitlich abgeschnitten werden. Auch wenn durch man durch Stecklinge ebenfalls sicherlich schnell Jungpflanzen erhält. Beim Abtopfen wächst die Pflanze ohne Verzögerung sofort weiter. Auch lassen sich schwer zu bewurzelnde Sträucher wie Rhododendren damit erfolgreich vermehren.

IMG_8297.JPG
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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Tetje » Mo 8. Jun 2020, 19:10

Hallo Martin,

danke für die Vorstellung dieser Vermehrungsmethode. :--D

Hat sie Vorteile gegenüber Abmoosen?
Viele Grüße
Tetje

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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Martin » Mo 8. Jun 2020, 19:45

Hallo Tetje,

Spaghnum ist nicht wie Erde. Ein durchwurzelter Erdballen geht schneller eine Verbindung mit Erdreich ein, als ein Torfmoosballen mit Erdreich. Ich halte daher nichts von dieser Methode. Es mag aber durchaus sein dass es bei Sträuchern wie der Hebe mit Torfmoos auch klappt.
Viele Grüße
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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Tetje » Mo 8. Jun 2020, 20:58

Hallo Martin,

ich habe schon fast alles probiert um Camellia azalea zu
vermehren, leider ohne Erfolg, nur noch nicht mit dieser
Methode. ;)

Ton, hast du das schon mal mit dieser Methode bei der
Camellia azalea versucht?
Viele Grüße
Tetje

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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Hanninkj » Di 9. Jun 2020, 09:09

Tetje,

habe ich versucht aber nichts!
Nun habe ich noch etwas anders was gut aussieht aber warten.
Azalea ist wirklich sehr schwierig!
Selbst gesunde Saemlinge sterben nach 1-2 Jahre.

Ton
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Re: Das Abtopfen (Vegetative Vermehrung)

Beitragvon Martin » Di 9. Jun 2020, 22:14

Tetje hat geschrieben:
ich habe schon fast alles probiert um Camellia azalea zu
vermehren, leider ohne Erfolg, nur noch nicht mit dieser
Methode. ;)



Hallo Tetje,

bei sehr holzigen dicken Trieben z.B. von Rhododendren dauert es natürlich auch länger.
Viele Grüße
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