Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Bernd » Do 7. Jan 2016, 22:51

Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil V a

Johann Sieckmann´s und Christian Deegen´s erfolgreichen Züchtungen sind in die Züchtungsgeschichte eingegangen und brachten Köstritz für einige Jahre den Ruf des erfolgreichsten europäischen Zuchtzentrums für Dahlien.
Die Anzahl von Sieckmann´s erfolgreichen Züchtungen sind so groß, dass hier nur eine kleine Auswahl aufgeführt wird:
1840 ´England`s Rival` brachte ihm viele Anfeindungen der englischen Dahlienzüchter, die teilweise so heftig waren, dass die Existenz seines Betriebes gefährdet war. Jedoch durch gute Züchtungsarbeit ging der Kampf zu Gunsten Sieckmanns aus.
Als Zeichen des Sieges nannte er 1849 eine seiner Neuheiten ´Triumph von Koestritz` und 1855 ´Ruhm von Elsterthal` !
Mit ´Glühwürmchen` brachte er 1857 seine erste Zwerg-Liliput (Pompon)- Dahlie auf den Markt.
Im gleichen Jahr sind noch erwähnenswert seine großblumigen Dahlien ´Tricolor von Koestritz` und ´Deutsche non plus ultra`.
Aus der gleichen Zeit stammt auch die ´Deutsche Sonne`, die 1859 zusammen mit der Dahlie ´Deutscher Trumph` in den Handel kam.
1861 folgt eine weitere Zwergliliput-Dahlie ´Kleiner Preusse`.
1864 sorgten die zwei großblumigen Sorten ´Schulze-Delitzsch` und ´Präsident von Bennigsen` für aufsehen.

Aber seine hervorragendste Züchtung gelang ihm 1873 mit der ´Gerogina viridiflora`. Sie erhielt trotz seiner Anfeindungen mit den englischen Züchtern bei der Ausstellung der "Royal Hortisultural Society" in London im Oktober 1873, höchste Auszeichnungen. Die Grüne Dahlie-´Gottes Wunder`,wie Sieckmann sie nannte, sorgte in der Georginenwelt für großes Aufsehen. Sie gehörte zu der Klasse der Liliputen.
Interessant sind auch die damaligen Klasseneinteilungen, die jedoch von Züchter zu Züchter unterschiedlich ausfielen. In einem Dahlien-Katalog von Johann Sieckmann von 1875 ist folgende Einteilung zu lesen:
Klasse 1: Flachform
Klasse 2: Kugelform
Klasse 3: Pyramidenform
Klasse 4: Rosenform
Klasse 5: Turbanform
Klasse 6: Chrysanthenumform
Klasse 7: Asternform
Klasse 8: Ranunkelform
Klasse 9: Perlenform

Johann Sieckmann war bis ins hohe Alter züchterisch Tätig.
Seine Laufbahn wäre unvollständig, wenn nicht noch erwähnt wird, dass sich Sieckmann auch mit der
Gladiolenzucht beschäftigt hat.
In der fürstlichen Hofgärtnerei hatte ihm der Hofgärtner Mulisch diese Aufgabe übertragen. Auch in seiner Firma züchtete er diese Blumen. Da er sich aber immer mehr den Dahlien widmen wollte, verkaufte er sein Sortiment großblumige Gladiolen aus selbstgezogenen Samen an die Firma E. Verdier in Paris. Verdier setzte die Gladiolen als Spezialkultur fort.

Johann Sieckmann starb 1889.
Der Betrieb führte sein Sohn weiter, der jedoch bereits 1891 verstarb.
Nun führte seine Witwe den Betrieb weiter.

(Quelle: Jubiläumsbuch 100 Jahre DDFGG
und Web-Seite Dahliengarten Hamburg)


Fortsetzung folgt
Bernd
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Bernd » So 10. Jan 2016, 01:10

Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil VI

Familie Schade -
betreibt den Nachfolgebetrieb des Köstritzer Dahlienzüchter Sieckmann.
Nachdem 1891 der Sohn von Johann Sieckmann verstarb, heiratete Wilhelm Schade 1894 seine Witwe und führte dann die Gärtnerei.
Ab 1919 arbeitete der Sohn von Wilhelm Schade, Max Schade im Betrieb mit, den er 1936 übernahm.
Max Schade führte die Züchtertradition von Johann Sieckmann wieder ein und züchtete viele neue Dahliensorten.
Die 1934 von ihm gezüchtete ´Sieckmanns Feuerball`,eine leuchtend rote Pompondahlie ist heute noch im Handel erhältlich.
Auch die 1944 gezüchtete ´Sommerlachen`, eine dekorative Dahlie, rot mit weißen Spitzen ist immer noch im Verkauf von Dahlienbetrieben, die Historische Dahlien in Sortiment haben.
Max Schade hatte 1928 ein offenes Ohr für die Stadt Gera und unterstütze mit den beiden anderen Bad Köstritzer Dahlienzüchter Deegen und Panzer die Bepflanzung des neuen Dahliengartens (siehe auch Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil III ).

1967 übernahm nach dem Tod von Max Schade, sein Sohn Heinrich die Gärtnerei.
Heinrich Schade beschränkte sich auf die Dahlienvermehrung, da der Sozialismus den nichtstaatlichen Betrieben das Leben schwer machte. Private Züchter hatten kaum eine Chance auf die Zulassung gegen die Züchtungen aus den genossenschaftlichen Betrieben.
Heinrich Schade hatte jedoch ein umfangreiches Sortiment von 30.000 bis 40.000 Dahlienknollen jährlich in ca. 130 Sorten.

Kurz nach der Wende übernahm Wolfgang Schade 1991 den Gartenbaubetrieb.
Die Gärtnerei war aus verschiedenen betrieblichen Gründen, aber auch wegen der niedrigen Preise auf dem Markt nicht mehr in der Lage Dahlienknollen rentabel zu produzieren.
1997 hatte die Gärtnerei Schade ein Grundsortiment von 4 000 bis 5 000 Knollen in 40 bis 50 Dahliensorten.
Damit der Betrieb nach dem Rückgang des Dahliengeschäft`s wirtschaftlich blieb wurde die Produktion auf bodendeckende Pflanzen umgestellt.

2001 wurden aus ökonomischen Gründen die letzten Dahlienjungpflanzen in der Gärtnerei Schade vermehrt.
Damit endet nach 165 Jahren die Geschichte des Dahlienzuchtbetrieb Sieckmann/Schade.

Den Gartenbaubetrieb Wolfgang Schade gibt es heute noch. Seine Betriebsschwerpunkte sind Bodendecker, Rosen und die Grabpflege. An die Dahlien erinnert nur noch der Standort des Betriebes: in der Dahlienstraße von Bad Köstritz.

Quelle: Jubiläumsbuch 100 Jahre DDFGG und
Chronik des Dahliengarten Gera von Bernd Böhme)


Fortsetzung folgt
Bernd
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Bernd » Di 12. Jan 2016, 22:00

Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil VII

Dahlienzucht Panzer-
ist heute der einzige Dahlienbetrieb in Bad Köstritz.
1872 beginnt mit der Gründung einer Gärtnerei in Köstriz durch Ernst Panzer die erfolgreiche Geschichte der Züchterfamilie Panzer.
Von 1903 bis 1913 wurde der Betrieb in eine offene Handelsgesellschaft umgewandelt: "Ernst Panzer und Wagner", denn aus finanziellen Gründen konnte Panzer die Gärtnerei alleine nicht bewirtschaften.
In dem Gartenbaubetrieb wurde von A wie Apfel bis Z wie Zwiebel fast alles angebaut. Und in dem Anbau-ABC gab es auch D wie Dahlien.

1919 kam der Betrieb durch die Übernahme von Paul Panzer, Sohn von Ernst Panzer, wieder in die alleinige Regie der Familie Panzer.
Ab jetzt waren die Dahlien im Anbau die Nummer eins. Neben den Favoriten, den Dahlien, spielten der Anbau von Rosen und Baumschulkulturen eine Rolle.
Die 1930er Jahre war für Paul Panzer die erfolgreichste Zeit als Dahlienzüchter. Anfang der 1930er Jahre brachte er ein fast komplettes Farbsortiment an Parkdahlien auf den Markt. Ein Grund dafür war seine großzügige Förderung des 1928 eröffneten Dahliengarten Gera, den er zusammen mit seinen Bad Köstritzer Kollegen Adolf Deegen und Max Schade belieferte. Erwähnenswert aus dieser Zeit sind die Sorten: ´Gruß an Gera`, ´Schneeteppich` und ´Klein Waltraut`.
Später galt seine Zuchtarbeit den Pompon- und Balldahlien. ´Frau Käte Reuter` von 1935 war hier seine beste Züchtung, sie galt damals als eine der vollkommensten Dahlien in Form, Haltung, Stielqualität und Haltbarkeit.
Das Sortiment aus Eigenzüchtungen vor dem Krieg bestand aus ca. 50 Dahlien bei einem Gesamtsortiment von ca. 250 Sorten.
Die schwere Kriegs- und Nachkriegszeit führte dazu, wie in den meisten Gärtnereien, dass der größte Teil der Sorten verloren ging. Im Vordergrund stand der Anbau von Essbarem, soweit dies möglich war.
Weiterhin wusste man nach dem Krieg auch nicht, ob der Betrieb im Familienbesitz bleibt oder enteignet wird.
Trotz aller Umstände züchtete Paul Panzer erst einmal im kleinen weiter. 1948 brachte er die heute noch erhältliche dunkelrote Balldahlie ´Rotball` hervor.
1956 waren aus dem alten Sortiment noch ca. 100 Sorten vorhanden, wovon aber die Hälfte in einem gesundheitlich schlechtem Zustand war. Man entschied sich deshalb für eine Radikalkur und es blieb nur ein kleiner Rest der Eigenzüchtungen erhalten.

(Quelle: Jubiläumsbuch 100 Jahre DDFGG)

Fortsetzung folgt
Bernd
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Bernd » Mi 13. Jan 2016, 22:23

Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil VII a

Rudolf Panzer-
Sohn von Paul Panzer übernahm 1958 den Betrieb.
Rudolf Panzer baute den Dahlienbestand wieder auf.So hatte man ab 1960, neben den Restsorten der Eigenzüchtung, durch den Zukauf von in- und ausländischen Neuheiten einen Bestand von rund 100 verschiedenen Dahliensorten.
Für die Dahlienzüchtung war der Verbleib des Betriebes in privatem Familienbesitz zur DDR-Zeit leider von negativer Auswirkung. Neuzüchtungen erhielten nur in volkseigenen und genossenschaftlichen Betrieben eine Förderung. Für einen kleinen, privaten Betrieb war durch die vielen Auflagen und die Verschärfung der Prüfungs- und Zulassungsbediengungen, die Züchtungsarbeit ein aufwendiges und unrentables Hobby geworden.
So entschloss sich Rudolf Panzer die Züchtungsarbeit einzustellen und nur noch Dahlienvermehrung zu betreiben.

1970 wurde der Sohn von Rudolf Panzer, Heinz Panzer Leiter des Betriebes.
1979 übernahm er die Gärtnerei von seinem Vater.
Da inzwischen die privaten Betriebe wieder selbst entscheiden konnten, was man anbaut, machte Heinz Panzer die Dahlie wieder zur ersten Kultur in seiner Gärtnerei. Trotz Mauer und Stacheldraht, hatte Heinz Panzer internationale Beziehungen, wodurch ein ständiger Sortenaustausch statt fand und in seinem Betrieb erhaltungszüchterische Arbeit möglich war.

Nach der Wende konnte sich der Betrieb durch gute Qualität auf dem Markt behaupten und dadurch den Ruf der guten Köstritzer Dahlien erhalten.
Nachdem die Dahliengärtnerei Deegen 1960 geschlossen wurde und die Gartenbaufirma Schade 2001 die Dahlienproduktion einstellte, beliefert die Firma Panzer ( bis 1997 kostenlos) alleine die ca. 2500 Dahlienjungpflanzen an den Dahliengarten Gera. Heinz Panzer hat, wie auch schon seine Vorfahren, erkannt, dass solche Bepflanzungen für die Verbreitung der Dahlie nicht zu übersehen ist.
So hat er auch in Bad Köstritz Schauanlagen geschaffen, die zur Blütezeit frei zugängig sind.

Quelle:( Jubiläumsbuch 100 Jahre DDFGG
und Jahrbücher der DDFGG )


Fortsetzung folgt
Bernd
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Bernd » Fr 15. Jan 2016, 21:28

Bad Köstritz und seine Dahlienzüchter -Teil VII b

Heinz Panzer –
fing nach der Wende wieder mit der Eigenzucht an, die bis heute viele schöne neue Sorten hervorgebracht hat.
Seit dem 1.10.1996 ist der Sohn von Heinz Panzer, Dirk Panzer als Junior-Chef im Rahmen einer GbR am Betrieb beteiligt. Man fimiert weiter unter dem Namen "Paul Panzer", dem erfolgreichsten Dahlienzüchter der Familie, hinter dem sich Heinz Panzer nicht zu verstecken braucht.
Durch die Übergabe des Betriebes an seinen Sohn Dirk und dessen Frau Katrin, hat er mehr Zeit, sich um die Neuzüchtung zu kümmern. Auch für die aktive Mitgliedschaft in der Deutschen Dahlien-, Fuchsien- und Gladiolen-Gesellschaft (DDFGG) hat er seit dem noch mehr Zeit, wo er u.a. bei den Planungen für die jährlichen Dahlien-Hallenausstellung mitwirkt.

Heinz Panzer setzt sich auch für die Erhaltung von Historischen Dahliensorten ein. Hierfür wurde er im Jahr 2000 mit der ´Christian Deegen Medaille` ausgezeichnet.

Bei den Dahlien-Neuheitenprüfungen erhielten viele Sorten von Heinz Panzer Auszeichnungen. Auch bei Ausstellungen auf Bundes- und Landesgartenschauen erhielt der Betrieb viel Medaillen.
Auffällig bei Heinz Panzer ist, dass er den meisten seiner Neuzüchtungen erst einen Namen gibt, wenn sie bei der Neuheitenprüfung eine gute Punktzahl erreicht haben.

Hier nun eine Auswahl von Heinz Panzers Züchtungen:

´Belvedere`, eine Kaktus-Dahlie, purpur mit weißen Spitzen
Auszeichnung: Beste Liebhabersorte 2001.

´Cyriaksburg`, eine Semi-Kaktus-Dahlie, orange mit gelbem Grund (2001).

´Frau Gertraud Aepfler`, eine Dekorativ-Dahlie, lachsorange mit gelber Mitte
Auszeichnung: Beste deutsche Neuzüchtung 2004.

´Claudia`s Herbsttraum, eine Semi-Kaktus-Dahlie, rot
Auszeichnung: Beste Liebhabersorte 2003.

´Sagittarius`, eine Semi-Kaktus-Dahlie, purpurrosa (2004).

´Erna Panzer`, eine kleinblumige Dekorativ-Dahlie, lachs mit gelb
Auszeichnung: Beste Gruppensorte 2005
Diese Dahlie hat Heinz Panzer nach seiner verstorbenen Frau benannt.

´Kleiner Schelm`, eine Dekorativ-Dahlie, orange,gelb gestreift
Auszeichnung: Beste kleinblumige Züchtung 2006.

´Egon Ehler´s´, eine Dekorativ-Dahlie, hellrot (2006)

´Buga 2007`, eine Semi-Kaktus-Dahlie, rot-gelb gestreift (2006)
wurde auf der Dahlienhallenausstellung anlässlich der Buga 2007 in Gera und Ronneburg getauft.

´Anne-Sophie`, eine Ball-Dahlie, purpurlila mit gelben Grund
Auszeichnung: Beste Pompon-/Ball-Dahlie 2007
Diese Dahlie widmete Heinz Panzer seiner Enkeltochter, die 2008/09 Dahlienkönigin von Bad Köstritz war.

´Wilfried Bergerhoff`, eine Ball-Dahlie, dunkelweinrot
Auszeichnung: Beste Pompon-/Balldahlie 2009
Mit dieser Dahlie würdigen Heinz Panzer und die Stadt Bad Köstritz das Engagement des 2009 verstorbenen Dahlienzüchters Wilfried Bergerhoff aus Wiehl, für den Aufbau des Dahlienzentrums in Bad Köstritz.

`Koblenzer Sommer`, eine Semi-Kaktus-Dahlie, goldgelb
Auszeichnung: Beste deutsche Neuzüchtung 2010
Diese Dahlie wurde anlässlich der Dahlienhallenausstellung auf der Buga 2011 in Koblenz getauft.
Heinz Panzer widmete seine Neuzüchtung gemäß dem Koblenzer Slogan "Das ist unser Sommer".

´Conrad Sckell`, eine Dekorativ-Dahlie, rot
Auszeichnung: Beste Gruppensorte 2012
wurde am 25.08.2012 im Garten von Schloß Belvedere, Weimar getauft.
Die Namensgebung erfolgt zu Ehren des Hofgärtners und Garteninspektors im Belvedere bei Weimar. Johann Conrad Sckell (1768-1834), der dem damals elfjährigen Christian Deegen- dem Begründer der deutschen Dahlienzucht- seine erste Dahlie schenkte.

´Volkspark Altona`, eine Dekorativ-Dahlie, rot,gelb geflammt
Auszeichnung: Beste deutsche Neuzüchtung 2013
Benannt nach der bekannten Hamburger Parkanlage, in der auch der Dahliengarten Hamburg liegt.

´Köstritzer Jubiläum`, eine Seerosen-Dahlie,orangerot
Auszeichnung: Beste Liebhabersorte 2013
Diese Sorte widmete Paul Panzer seiner Heimatstadt anlässlich der 650-Jahrfeier von Bad Köstritz 2014


In der Gärtnerei Panzer, die ca.2,5 ha groß ist, werden jährlich etwa 50.000 Dahlien vermehrt.
Weiterhin werden noch Rosen und Beet- und Balkonpflanzen kultiviert. Zum Betrieb gehört auch ein Blumengeschäft.

Wünschen wir der Familie Panzer auch weiterhin eine gute gärtnerische Hand und Führung, damit die alte Dahlienzucht-Tradition in Bad Köstritz lange erhalten bleibt!

(Quelle: Jahrbücher der DDFGG
und Web-Seite ´Köstritzer Dahlien`)


Hiermit endet vorerst die Zusammenstellung über die Bad Köstritzer Dahlienzüchter. Jedoch gibt es noch einiges interessantes über die Daliendahlienstadt zu berichten.
Eine Fortsetzung folgt.
Bernd
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Tetje » Fr 15. Jan 2016, 22:32

Hallo Bernd,

ich möchte mich zunächst für den überaus interessanten Beitrag von dir bedanken und ich freue mich auf die Fortsetzung...... :--D
Viele Grüße
Tetje

„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
Benutzeravatar
Tetje
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Dahlie » Sa 16. Jan 2016, 14:36

Hallo Bernd,
vielen Dank für die Mühe! Der Artikel ist sehr informativ.
Grüne Grüße
Jens
Benutzeravatar
Dahlie
Moderator
Dahlien-Fachforum
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Frieserich » Do 18. Feb 2016, 17:35

Hallo!
Ich will hierzu eine Ergänzung zur Dahlienzucht in Köstritz und im Allgemeinen in der DDR machen. Es wird immer wieder behauptet, dass die privaten Dahlienzüchter in der DDR schlechter gestellt waren als die staatlichen. Es konnte jeder Dahlienzüchter seine Sorten anmelden, jeder bezahlte die selben Prüfungsgebühren und auch jede Sorte wurde nach der gleichen Prüfungsordnung geprüft. Einzig die Überlegung, ob eine Wirtschaftlichkeit zu erwarten gewesen wäre, war eine große Hürde. Bei den staatlichen Betrieben kam alles aus einem Topf, auch die 200 M Prüfungsgebühren. Hinzu kam, dass erstmal 400 Mutterpflanzen nachgewiesen werden mussten, damit überhaupt eine Sorte zur Prüfung zugelassen wurde. Ein privater Gärtner konnte es sich nicht leisten, dass dabei eine Sorte durchfiel. Trotzdem gab es in den ganzen 40 Jahren DDR erfolgreiche private Dahlienzüchter, die gute Sorten herausbrachten. Ich nenne hier nur Engelhardt, Benke und Sachse. Leider muß man immer wieder lesen, dass in der DDR keine private Dahlienzucht möglich gewesen wäre.
Gruß Frank
Viele Grüße
Frank
Benutzeravatar
Frieserich
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Tetje » Do 18. Feb 2016, 19:39

Frieserich hat geschrieben:.... Leider muß man immer wieder lesen, dass in der DDR keine private Dahlienzucht möglich gewesen wäre.
....


Hallo Frank,

es gibt sehr gute Dahliensorten aus der DDR, oft von privaten Züchtern gezüchtet. Ich habe noch nie davon gehört, dass eine private Dahlienzucht in der DDR nicht möglich gewesen sein soll 8-) . Warum auch..... :) ?

Würdest du uns hier bitte Beispiele nennen, vielen Dank.
Viele Grüße
Tetje

„Habt Ehrfurcht vor der Pflanze, alles lebt durch sie!“
Johann Wolfgang von Goethe
Benutzeravatar
Tetje
 

Re: Geschichte der Dahlienstadt Bad Köstritz

Beitragvon Frieserich » Do 18. Feb 2016, 22:02

Hallo Tetje!
Leider ist es immer so. Steht einmal ein Gerücht im Raum, wird es immer wieder zitiert oder falsch abgeschrieben. Ich beziehe mich auf die Homepage von Dahlien-Panzer, die leider das folgende Zitat nicht aus der Welt räumt. Zitat:" Leider konnten wir erst nach der Wende wieder züchterisch aktiv werden, da dieses Privileg zu DDR-Zeiten staatlichen Betrieben vorbehalten war, wir aber (glücklicherweise) privat als Familienbetrieb blieben." Diese Aussage ist eben schlichtweg falsch. Ich verstehe auch nicht, was damit bezweckt wird. Jedenfalls hat sich z.B. Engelhardt, trotzdem er privat geblieben war, immer an der Dahlienprüfung und auch Sortenwertprüfung beteiligt. Als Sorten seien Siedlerstolz, Siedlerfreude und Hertha genannt. Auch Benke blieb bis zur Betriebsstilllegung aus Altersgründen privat. Er züchtete bis zu seinem Tod weiter, Flutlicht und Mrs.Eileen hielten sich noch bis vor einigen Jahren im Sortiment. So kann ich noch einige Beispiele aufführen, dass eben in der DDR private Dahlienzucht weitgehend ohne Einschränkungen möglich war.
Gruß Frank
Viele Grüße
Frank
Benutzeravatar
Frieserich
 

VorherigeNächste

Zurück zu Botanik, Züchter & Geschichte




Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste