Der Naturgarten - ein bienenfreundlicher Garten

Hier können die Gäste lesen.

Der Naturgarten - ein bienenfreundlicher Garten

Beitragvon Isabel » Mi 22. Mai 2019, 14:51

IMG_5658b.JPG


Wer träumt nicht von einem Fleckchen Grün oder einer gemütlichen, hübsch bepflanzten Balkonecke, in der sich Schmetterlinge tummeln oder Bienen Nektar finden, um so wieder ein Stück heile Natur zu erleben.

Viele Kräuter- und Duftpflanzen eignen sich hierfür und gedeihen zudem auch unter trockenen Bedingungen.
Was macht denn einen Garten für Bienen anziehend?

In der BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019 gibt Gartenexperte Andreas Modery einige Tipps, wie Garten oder ein Balkon bienenfreundlich gestaltet werden kann.
Quelle: Du musst registriert und eingeloggt sein, um Links sehen zu können.

Wichtig ist, keine züchterisch veränderten Sorten zu pflanzen mit Blüten, die gefüllt sind. In gefüllten Blüten finden Bienen keinen Nektar und keine Pollen.

Um ganzjährig von März bis Oktober ein Nahrungsangebot zu schaffen, sollten die Blühzeiten berücksichtigt werden. Besonders empfehlenswert sind Wildstauden, die man in Wildstaudengärtnereien bekommt. Hier folgt eine Auflistung von Pflanzen, die bei Bienen beliebt sind:

Im Blumenbeet:
Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, ungefüllte Dahliensorten.
Bäume und Sträucher:
Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu
Im Gemüsebeet:
Ackerbohnen, Borretsch, Ringelblumen, Kürbisgewächse, Zwiebeln, Kohl, Möhren, Gewürzkräuter
Auf dem Balkon:
Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen
Küchenkräuter:
Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian, Anis Fenchel, Kamille, Melisse
Quelle: BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019, Andreas Modery

Es muss auch nicht immer eine Eiben-, Buchen-,Thujen- oder Kirschlorbeerhecke sein. Naturnahe, locker gepflanzte einheimische Büsche gestalten einen Garten abwechslungsreich und stellen zudem Futterquellen für Bienen und Co. dar. Sie sehen hübsch aus, haben unterschiedliche Strukturen, bieten Früchte und eine schöne Herbstfärbung. Auch im Winter sorgen die Beeren für ein wenig Farbe im Garten.

Als naturnahe Hecke eignen sich Felsenbirnen, die Hundsrose, der gewöhnliche Liguster, die Kornelkirsche, Berberitze, der Weißdorn, Wolliger Schneeball, die Eberesche und Waldgeißblatt. (Quelle: BR Sendung „Wir in Bayern“ vom 01.05.2019, Andreas Modery)

Was den Winterschutz betrifft, so darf ruhig Laub liegen bleiben vielleicht als Häufchen in einer Ecke aufgeschichtet. Die Stauden behalten ihr verdorrtes Laubkleid und ihre Blütenstände, was Schutz vor Frost bedeutet und Nahrung für Tiere.
Außerdem sieht es zauberhaft aus, wenn Raureif die trockenen Rispen überzieht oder Schnee dicke Hauben bildet und der Garten auf diese Weise „belebt“ wirkt.

IMG_5635b.JPG


Wir haben zudem eine Blumenwiese, die das Herzstück des Gartens ist.
Zwischenzeitlich bin ich dazu übergangen, im Herbst viele Wildtulpen zu pflanzen, die nun im Frühjahr zart rosa blühen.
Sumpfvergissmeinnicht vom Teich hat sich ausgesamt. Immer wieder gesellt sich Neues aus den umliegenden Beeten hinzu. Ab und zu leiste ich mir Wildblumenpflanzensamen wie Heilziest, Flockenblumen,Karthäusernelke, Wiesenstorchschnabel, Witwenblumen, Pechnelken, Wiesensalbei und Kuckuckslichtnelke – ein Teil davon wird vielleicht keimen und die Blumenwiese in ihrem Artenreichtum bereichern.
Die Samen kommen vorab in ein Glas, bei Bedarf wird eine kleinere Menge in ein Körbchen gefüllt und großzügig mit Sand vermischt.
Sehe ich eine Stelle in der Blumenwiese mit zu dichtem Grasbewuchs oder Moos und Unkraut wie Klee oder Löwenzahn, wird mit der Handschaufel ein kleines Areal abgetragen und die Samensandmischung aufgetragen.

Darüber hinaus habe ich im zeitigen Frühjahr Echte Schlüsselblume (Primulus veris) und Wiesensalbei (Salvia pratensi) gepflanzt. Die Stengel der Schlüsselblume durchziehen derzeit noch die Wiese, zusammen mit Tulpen und Vergissmeinnicht.

IMG_5648b.JPG


Wasserstellen ziehen natürlich Bienen und Vögel an, bieten Lebensraum für Frösche und Molche. Es reicht eine kleine Granitschale.
Oder Trockenmauern und kleine Natursteinmauern, deren Fugen mit Grün bepflanzt sind.
Auch die Fugen des Pflastersteinweges an den Kräuterbeeten vorbei zum Teich füllen sich nach und nach mit duftendem Thymian ebenso an den Steinen in der Mitte des Gemüsebeetes.

Abgeschnittene Äste von Obstbäumen oder anderen Gehölzen bleiben im Garten, eignen sich zur Gestaltung und bieten heimelige Verstecke für Gartenbewohner.

Ein naturnaher Garten ist mehr als nur abwechslungsreich.
Vom Gemüse über duftende Kräuter, süße Beeren, Heilpflanzen für die Naturapotheke (Tinkturen, Ölauszüge, Tees), Rosenblüten für das Destillat (zur Hautpflege), getrocknete Blüten für Gewürzsalze oder das Kräuterlämpchen, Geborgenheit, versteckte Ecken, Waldbereiche, Pfingstrosenbeete, Sonnenseiten, Clematis berankte Holzgitter, Blumenwiesen, Wasserstellen,… können unendlich viele Begehrlichkeiten erfüllt werden.

IMG_5663b.JPG


Isabel
Nach Deiner Registrierung sind die Dateianhänge für Dich sichtbar.
Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.
Khali Gibran
http://www.rathgeber-balance.de/bloggen/
Benutzeravatar
Isabel
 

Re: Der Naturgarten - ein bienenfreundlicher Garten

Beitragvon Hiodoshi » Do 23. Mai 2019, 22:10

Hallo Isabel,

einen sehr schönen Beitrag hast du da geschrieben.
Vielen Dank dafür.
Auch ich achte auf möglichst viele bienenfreundliche Pflanzen in meinem Garten.

Vor einigen Wochen war im Angebot eines großen Discounters eine kleine Kiste mit Erde und bienenfreundlichem Saatgut. Ich fand es eine gute Idee, meiner Enkeltochter (4) so ein Stück Natur nahezubringen. Also wartete ich auf den nächsten Besuch von ihr. Zusammen haben wir die Erde befeuchtet und die Saat ausgebracht. Seitdem freut sich bei jedem neuen Besuch darauf, Fortschritte im Wachstum zusehen/erleben. Neugierig wartet sie auf das Aufgehen der ersten Blüte in der Kiste.
Liebe Grüße
Hiodoshi

A garden is a thing of beauty and a job forever..........
Benutzeravatar
Hiodoshi
Moderatorin
Kamelienfachforum
Wetter- & Naturforum
 

Re: Der Naturgarten - ein bienenfreundlicher Garten

Beitragvon Raphia1012 » Fr 24. Mai 2019, 00:58

Liebe Isabel

Vielen Dank für diese schöne Erinnerung.

Ein bienenfreundlicher Garten ist die Antwort auf Schottergärten. Was gibt es Schöneres als
bunte, duftende Blumen, summende Bienen, zwitschernde Vögel, und quakende Frösche.
All das entgeht einem, und es wird mit dem Argument abgetan, ein Garten macht zu viel Arbeit.

Bleibt zu hoffen, dass die Schottergärten aussterben und die Natur ihren Siegeszug antritt.

Seit einigen Jahren ist ein Teil meines Gartens mit insektenfreundlichen Pflanzen ausgestattet,
Bienen und Co. finden dort ihre Nahrung. Auch einige Nachbarn legen regelmäßig Blumenbeete für Bienen an.
DSC02692.JPG


Es gibt 6 Insektenhotels, die sehr gut besucht sind.
DSC01960 (2).JPG


Ein Igel hat im Garten seinen Unterschlupf gefunden, er kommt jeden Abend und holt sich sein Abendessen.

Im Frühling laichen die Grasfrösche in den Teichen, und im Sommer übernehmen die Teichfrösche
die große Nachtmusik. :lol:

Eine besondere Freude machen mir die Fledermäuse, die jeden Abend in der Dämmerung durch den Garten
fliegen. Schon einige Jahre genieße ich die abendliche Flugaktion, ohne zu wissen woher sie kommen.
Meine Vermutung war ein Kirchturm in der Nähe.
Zufällig habe ich bemerkt, dass sie nicht vom Kirchturm kommen, sondern aus meinem Dachgiebel. Nun bin ich stolze Wohnungsvermieterin einer Fledermauskolonie. Es ist eine Mutterstube, die Weibchen bekommen im Mai ihre Jungen, versorgen sie, und fliegen im September wieder weg. Bist zum nächsten April, dann sind sie wieder hier.
Dies alles kann mir nur ein Naturgarten bieten, und ich möchte nichts davon missen. ;)

IMG_4767.JPG
Nach Deiner Registrierung sind die Dateianhänge für Dich sichtbar.
Viele Grüße
Raphia
Benutzeravatar
Raphia1012
Moderatorin
Fotoforum
 

Re: Der Naturgarten - ein bienenfreundlicher Garten

Beitragvon Isabel » Fr 24. Mai 2019, 09:22

Guten Morgen zusammen, :)

das Thema ist ja nun wirklich in aller Munde und ich bin gespannt, in wieweit sich Fortschritte zeigen werden. Überall kann man Berichte und Beiträge lesen und das ist gut so.

So ein Garten ist dadurch erst lebendig und oftmals reicht eine kleine Ecke, um sich "ranzutasten". Jeder muss erst seine Erfahrungen machen.

Hiodoshi, :) das mit der Kiste ist ja wirklich ein Wink mit dem Zaunpfahl, wer kann da schon widerstehen. :) Und es ist auch gleich "anwenderfreundlich" gestaltet, halte ich für eine gute Idee. Man sieht es ja an deiner kleinen Enkeltochter, wie spannend sie das findet. Meine mini mini Enkeltochter darf sicherlich auch mal säen, mal sehen, wie sie das aufnehmen wird. :--D

Raphia, bei dir herrscht auch Artenvielfalt im wahrsten Sinne des Wortes :) und ich kann mir vorstellen, wie schön es ist, allen ein Zuhause zu bieten. Jeder fühlt sich wohl. :--D Danke für die schönen Bilder.

Isabel
Die Blumen des Frühlings sind die Träume des Winters.
Khali Gibran
http://www.rathgeber-balance.de/bloggen/
Benutzeravatar
Isabel
 


Zurück zu Naturschutz




Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste