Quitten, die vergessene Frucht

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Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Isabel » Fr 16. Okt 2020, 13:20

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Quitten sah man lange Zeit nur in alten Obstgärten oder auf Streuobstwiesen.
Mittlerweile wird das Obstgehölz aber auch in Hausgärten wieder beliebter. Denn der Baum sieht schön aus, wird nicht all zu groß und trägt duftende Früchte, die in zahlreiche Köstlichkeiten verwandelt werden können.
Die Früchte werden zu Gelee verarbeitet, zu Fruchtaufstrich, Chutney, Saft, Süßmost, Likör oder Quittenpastete als leckeren Konfekt.

Quitten muten ein wenig altmodisch an, da die Verwertung aufwändig und mit viel Zeit verbunden ist. Aber das Ergebnis entschädigt für die Mühen.

Und hier reise ich wenig in die Vergangenheit.
Mein Mann wurde als Junge einmal im Jahr in einen etwas entfernt gelegenen Garten geschickt, um Obst zu pflücken, ausgestattet mit einem stabilen Leiterwagen und vielen Körben. Soviel Körbe, wie Platz hatten.
Es war der elterliche Obstgarten, in dem nur Obstbäume wuchsen, umgeben von Blumenwiesen.
Es war meist schon Mitte Oktober. Viele Bäume hatten ihr Laub abgeworfen und waren abgeerntet, aber eine Obstbaumsorte war trotz der späteren Jahreszeit dicht behangen mit leuchtend gelben Früchten.
Der Quittenbaum stand etwas abseits in der Ecke und wirkte verführerisch aufgrund seiner knackigen Früchte, die an Äpfel erinnert.Dennoch kam und kommt ein Rohverzehr nicht in Frage. Aufgrund des harten Fruchtfleisches und der bitteren Gerbstoffe, zudem schützt ein feiner Flaum die Pflanze im Sommer vor der Sonne

Quitten- Cydonia oblonga – zählen zu den ältesten Kulturobstarten überhaupt.
Die vermutlich aus dem asiatischen Raum (Kaukasusgebiet) stammende Quitte gehört zur Familie der Rosengewächse und ist ein sommergrüner großer Strauch oder Baum mit im Herbst reifenden gelben Früchten.

Die Quitte (auch Baumwollapfel genannt) ist nahe verwandt mit Apfel und Birne, zeichnet sich aber durch ein herbes Aroma und trocken-hartes Fruchtfleisch aus. Man unterscheidet zwischen der herben Apfelquitte und der milderen Birnenquitte.

Bereits von den alten Griechen wurde der „Apfel aus Kydon“ (benannt nach der kretischen Stadt Kydonia) als Nahrungs-, Genuss- und Heilmittel geschätzt. Die Quitte stand für Liebe, Glück und Fruchtbarkeit und avancierte sogar zur heiligen Frucht der Aphrodite. Eine Sage berichtet, dass der erste Quittenbaum in der antiken Stadt Kydonia auf der Insel Kreta angepflanzt wurde.

Bei der Quittenernte ist der richtige Zeitpunkt entscheidend. Die Früchte reifen zwar erst ab Mitte September bis weit in den Oktober hinein (je nach Region, Sorte und Witterung), müssen aber unbedingt vor dem ersten Frost geerntet werden. Die zum Teil noch sehr harten Früchte können auch drinnen noch nachreifen.

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Die Quittenfrucht enthält viel Vitamin C, Kalium, Gerbsäure sowie Pektin und Schleimstoffe.
Zu Heilzwecken werden vor allem die Quittenkerne verwendet. Sie sind auch naturkosmetisch interessant als Grundlage für ein entzündungshemmendes Gel. Quittenschalenöl hat Feuchtigkeit bindende, konservierende und schützende Eigenschaften.

Schon lange haben wir uns ein Quittenbäumchen gewünscht und so ist die Quitte Cydonia ‚Konstantinopeler Apfelquitte‘ in unseren Garten eingezogen. Sie zählt zu den alten Kultursorten der Quitte.

Ein Klassiker unter den Gartenküchen-Produkten ist das alljährliche Quittengelee, welches auch die Saison beschließt.
Zutaten für Quittengelee: 2,5 kg Quitten, 2 Biozitronen, Gelierzucker.
Und so habe ich es gemacht:
Die Quitten mit einem Tuch abreiben, waschen, in grobe Stücke schneiden, dabei Stielansatz und das Kerngehäuse entfernen. Die Schale bleibt daran, da sie viel Pektin enthält.

Sofort in ca. 1 l Wasser geben, nun ca. 40 Minuten köcheln lassen, die Früchte sind dann weich.
24 Std. kühlstellen und durchziehen lassen. Danach noch einmal aufkochen,das Fruchtmus in ein Sieb über einer Schüssel geben, den Saft abtropfen lassen. Möglichst keinen Druck ausüben, da so die Flüssigkeit klar bleibt.
Den Quittensaft abmessen und entsprechend mit Gelierzucker 1 : 3 vermischen, den Saft von Zitronen zugeben, sprudelnd kochen lassen. In Gläser füllen.
Fertig ist das feine Quittengelee.

Das dabei entstandene wertvolle Quittenmus kann im nächsten Arbeitsschritt zu Quittenbrot (ähnlich wie Fruchtleder oder Fruchtpastete) verarbeitet werden, was eine leckere Nascherei darstellt, gerade in der Herbst- und nahenden Adventszeit.

Es heißt, wenn die Quitte vom Baum geholt ist, dann ist die Arbeit auf den Feldern für das Jahr endgültig vorbei.
Und mit Quitten wird auch als letzte Frucht im Saisonkalender die „Gartenküche“ langsam geschlossen.

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Isabel
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Re: Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Tetje » Fr 16. Okt 2020, 21:08

Hallo Isabel,

ich habe einen Freund der eine große Obstbaumwiese hat und ich darf jederzeit ernten :) . Ich habe mir in der letzten Woche zwei verschiedene Sorten geholt und meine Frau hat einen köstlichen Gelee zubereitet. Einmal
mit einem Hauch von Vanille und mit Zimt. Einfach nur köstlich..... :o :--D

Dein Beitrag und ein Brötchen mit Quittengelee stimmt mich fröhlich in den Tag. :--D :--D
Viele Grüße
Tetje

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Re: Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Isabel » Sa 17. Okt 2020, 18:07

Guten Abend Tetje,

das ist ja toll, dass ihr die Früchte vorort vom Baum bekommt. :) Wir sind zu einem Bio-Obstbauern gefahren.
Genau, Vanille soll eigentlich immer mit rein.
Gestern und heute habe ich mich nebenbei mit Quittenpastete (wie Fruchtleder) beschäftigt. :--D
Das entsteht aus dem Fruchtmus...

LG Isabel
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Re: Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Raphia1012 » So 18. Okt 2020, 00:26

Liebe Isabel

Mich erinnert die Quitte auch an meine Kindheit. Im Garten einer Freundin habe ich den
ersten Quittenstrauch gesehen.
Besonders der Duft der Früchte hat mich beeindruckt und ist mir in Erinnerung geblieben.

Erst viele Jahre später habe ich selbst Quittengelee gemacht.

Es stimmt mich auf den Herbst ein, wenn die Früchte in der Wohnung ihren speziellen Duft
freisetzen.

Wie lange muss das Fruchtmus trocknen, bis du es genießen kannst? ;)

Dir wünsche ich viel Erfolg mit dem neuen Quittenbäumchen, und immer eine gute Ernte. :--D
Viele Grüße
Raphia
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Re: Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Moni » So 18. Okt 2020, 10:46

Hallo

Ich habe diesen Herbst auch schon Quittengelee gemacht. :)
Leider nicht vom eigenen Baum, den mussten wir vor ein paar Jahren fällen wegen "Feuerbrand". Aber ich bekomme immer ein paar von einer Bekannten im Tausch gegen Setzlinge. ;)
Diesen Herbst habe ich auch noch eine Quittenseife gemacht und aus den Kernen möchte ich ein Gel machen. :) ;)
Viele Grüße aus der Schweiz,
Moni
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Re: Quitten, die vergessene Frucht

Beitragvon Isabel » So 18. Okt 2020, 11:31

Hallo zusammen,

Raphia, :) das Quittenbrot habe ich im Dörrgerät bei 50 Grad für ca. 6 bis 7 Stunden trocknen lassen. Je nach Dicke der Schicht... ich mag aber die dicken Fruchtmus-Stückchen lieber, die dann noch leicht feucht sind. Man kann sie nachtrocknen lassen in der Küche...
Leider nasche ich in einer Tour, so dass die Adventszeit niemals erreicht werden wird. :--D

Moni, :) schön, dass du auch immer das Quittengelee machst. Das mit dem Feuerbrand ist mir bekannt, sehr schade.
Die Seife stelle ich mir ja wunderbar vor und das Gel, ein Traum. Da bist du auch mehr als beschäftigt all die feinen Sachen herzustellen. Aber die Freude danach und damit ist riesig. :)

LG Isabel
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