Vermehrung durch Rißlinge
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Gast
Vermehrung durch Rißlinge
Vermehrung durch sog. Rißlinge
Bei der vegetativen Vermehrung von Bäumen und Sträuchern gibt es eine Methode, die ich persönlich auch bei Hibisken anwende.
Die Bewurzelung von Risslingen.
Statt Steckhölzer und Kopfstecklingen.
Die Methode ist aber nur anzuwenden, bei Arten und Sorten, die gut auf ihren eigenen Wurzeln wachsen.
Gehändelt wird das so:
Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen , ca. 5-10 cm - werden vorsichtig mit dem Daumen nach der Seite weggedrückt. Geht ganz leicht.
Bei Hibisken muss man ein wenig acht geben – bei ihnen reißt schnell das
Blatt mit ab – und mitunter ein Stückchen Rinde.
Da muss man dass Blatt am Ansatz mit der 2.ten Hand festhalten und den Rißling wegdrücken und dann nach oben wegziehen.
Hört sich kompliziert an – ist aber – einmal ausprobiert – kinderleicht.
So und nun zu dem Grund dieser Aktion:
Der Rißling hat an seinem unteren Ende gleich so etwas ähnliches wie einen kleinen Kallus – aus dem sich wesentlich schneller Wurzeln bilden, als aus einem Kopfsteckling.
Die Rißlinge werden in Anzucht und Pikiererde gesteckt, - nebelfeucht - mit einer Abdeckung versehen und kommen auf eine Wärmeplatte + Fluoraleuchten.
Zum richtigen Zeitpunkt - wenn die Pflanze in der vegetativen Phase ist - geht die Wurzelbildung sehr schnell.
Im Prinzip kann ich aber so das ganze Jahr über vermehren. Bewurzelungshormone - da bin ich geteilter Meinung.
Ich hab ja noch einen Rest der früher angebotenen Indolylbuttersäure. Da gab es auch Unterschiede für weiche, halbharte und harte Stecklinge. Ich kann es zwar nicht beweisen, aber meiner Erfahrung nach faulten die Stecklinge, die in das Pulver gestippt - und dann auf Wärmeplatte gestellt wurden - sehr schnell weg.
Also, ich lass es lieber. Lieber mit Geduld.
Von meinen Hibiskusbäumen sind übrigens mindestens >30 – 40 Kinder im Umlauf.
Von der Wurzelbildung im Wasserglas bin ich überhaupt kein Freund. Wasserwurzeln wachsen nur gerade, ohne Verzweigung, - weil sie ja nicht nach Wasser suchen müssen.
Und nach meinen Erfahrungen haben sie oft Schwierigkeiten bei der Umstellung auf Erde.
Und so sieht meine Anzucht dann aus:
Die Becherchen und Abdeckhauben sind nach meinen Bedürfnissen genormt.
Ich hoffe, nichts vergessen zu haben . Wenn doch, bitte fragen!
(Beitrag mit Gruß an RosaRot).
Bei der vegetativen Vermehrung von Bäumen und Sträuchern gibt es eine Methode, die ich persönlich auch bei Hibisken anwende.
Die Bewurzelung von Risslingen.
Statt Steckhölzer und Kopfstecklingen.
Die Methode ist aber nur anzuwenden, bei Arten und Sorten, die gut auf ihren eigenen Wurzeln wachsen.
Gehändelt wird das so:
Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen , ca. 5-10 cm - werden vorsichtig mit dem Daumen nach der Seite weggedrückt. Geht ganz leicht.
Bei Hibisken muss man ein wenig acht geben – bei ihnen reißt schnell das
Blatt mit ab – und mitunter ein Stückchen Rinde.
Da muss man dass Blatt am Ansatz mit der 2.ten Hand festhalten und den Rißling wegdrücken und dann nach oben wegziehen.
Hört sich kompliziert an – ist aber – einmal ausprobiert – kinderleicht.
So und nun zu dem Grund dieser Aktion:
Der Rißling hat an seinem unteren Ende gleich so etwas ähnliches wie einen kleinen Kallus – aus dem sich wesentlich schneller Wurzeln bilden, als aus einem Kopfsteckling.
Die Rißlinge werden in Anzucht und Pikiererde gesteckt, - nebelfeucht - mit einer Abdeckung versehen und kommen auf eine Wärmeplatte + Fluoraleuchten.
Zum richtigen Zeitpunkt - wenn die Pflanze in der vegetativen Phase ist - geht die Wurzelbildung sehr schnell.
Im Prinzip kann ich aber so das ganze Jahr über vermehren. Bewurzelungshormone - da bin ich geteilter Meinung.
Ich hab ja noch einen Rest der früher angebotenen Indolylbuttersäure. Da gab es auch Unterschiede für weiche, halbharte und harte Stecklinge. Ich kann es zwar nicht beweisen, aber meiner Erfahrung nach faulten die Stecklinge, die in das Pulver gestippt - und dann auf Wärmeplatte gestellt wurden - sehr schnell weg.
Also, ich lass es lieber. Lieber mit Geduld.
Von meinen Hibiskusbäumen sind übrigens mindestens >30 – 40 Kinder im Umlauf.
Von der Wurzelbildung im Wasserglas bin ich überhaupt kein Freund. Wasserwurzeln wachsen nur gerade, ohne Verzweigung, - weil sie ja nicht nach Wasser suchen müssen.
Und nach meinen Erfahrungen haben sie oft Schwierigkeiten bei der Umstellung auf Erde.
Und so sieht meine Anzucht dann aus:
Die Becherchen und Abdeckhauben sind nach meinen Bedürfnissen genormt.
Ich hoffe, nichts vergessen zu haben . Wenn doch, bitte fragen!
(Beitrag mit Gruß an RosaRot).
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- Philipp
- Beiträge: 53
- Registriert: Do 10. Jan 2013, 21:21
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- Geschlecht: Männlich
- Klimazone: 6b
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo
Eine sehr empfehlenswerte Methode, habe damit ebenfalls gute Erfahrungen gemacht! Ist naheliegend bei vielen Pflanzen, die generell eher schwierig durch Stecklinge zu vermehren sind. Wenn es mit Risslingen nicht klappt, bleibt oft nur noch das aufwändigere Abmoosen oder Absenkern.
Eine sehr empfehlenswerte Methode, habe damit ebenfalls gute Erfahrungen gemacht! Ist naheliegend bei vielen Pflanzen, die generell eher schwierig durch Stecklinge zu vermehren sind. Wenn es mit Risslingen nicht klappt, bleibt oft nur noch das aufwändigere Abmoosen oder Absenkern.
Viele Grüße
Philipp
Philipp
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RosaRot (unerwünscht)
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Vielen Dank, Pelargonia, das werde ich demnächst ausprobieren! Mal sehen, ob die Technik gelingt...Bisher habe ich ja meistens mit geschnittenen Kopfstecklingen (bei Hibisken) vermehrt. Die stelle ich ganz gerne eine Weile in Wasser, bis sich so ein Kallus gebildet hat, aber noch keine Wurzeln. Bei manchen der wurzelechtenSorten geht das gut.
Mir fehlen zwar die Pflanzenleuchten, aber am Fenster auf einer Wärmeplatte müsste es ja auch gehen. Passende Becherchen in denen ich die Wurzelbildung " besehen" kann, habe ich schon gesammelt
Mir fehlen zwar die Pflanzenleuchten, aber am Fenster auf einer Wärmeplatte müsste es ja auch gehen. Passende Becherchen in denen ich die Wurzelbildung " besehen" kann, habe ich schon gesammelt
- Katrin
- Beiträge: 79
- Registriert: So 27. Jan 2013, 22:30
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- Geschlecht: Weiblich
- Klimazone: 7b
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo zusammen
Ganz toll erklärt, vielen Dank Pelargonia
Damit vermehre ich auch einige Exoten erfolgreich. Einige recht schwer vermehrbare, wie z.B. Erythrina und Echium gehen nur so. Wobei ich aber die Seitentriebe vom Hauptast nicht abreiße sondern mit dem Messer ganz dicht abschneide - Pelargonia gibt es dafür einen anderen Namen unter den Experten ? Ich nenn das bisher auch Risslinge
Falsch oder Richtig ?
Ganz toll erklärt, vielen Dank Pelargonia
Damit vermehre ich auch einige Exoten erfolgreich. Einige recht schwer vermehrbare, wie z.B. Erythrina und Echium gehen nur so. Wobei ich aber die Seitentriebe vom Hauptast nicht abreiße sondern mit dem Messer ganz dicht abschneide - Pelargonia gibt es dafür einen anderen Namen unter den Experten ? Ich nenn das bisher auch Risslinge
Liebe Grüße
Katrin
Katrin
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Gast
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo Katrin,
ich habe noch mal eruiert, wegen Deiner Frage.
Ich denke, Deine Methode könnte man schon als Vermehrung durch Steckhölzer bezeichnen.
Produktbeschreibung zu : "Krüssmanns Gehölzvermehrung"
Alle Methoden zur Vermehrung von Bäumen und Sträuchern - Herkunft, Ernte und Aufbereitung des Saatgutes - Alles zu Pflanzenschutz und Unkrautbekämpfung - Für Studierende, Auszubildende und Hobbygärtner In diesem Buch werden alle Grundlagen und praktischen Methoden der Gehölzvermehrung beschrieben. Nach einführenden Kapiteln über Ernte, Aufbereitung und Lagerung von Saatgut werden Aussaatpraktiken im Freiland und unter Glas behandelt. Im Anschluss werden alle vegetativen Vermehrungsmethoden, die Vermehrung durch Abrisse, Ableger, Stecklinge, Steckholz oder Veredlung, beschrieben. Ein spezieller Teil stellt die effektivsten Vermehrungsmethoden von mehr als 300 Gattungen von Laub- und Nadelgehölzen sowie Bambus vor.
ich habe noch mal eruiert, wegen Deiner Frage.
Ich denke, Deine Methode könnte man schon als Vermehrung durch Steckhölzer bezeichnen.
Produktbeschreibung zu : "Krüssmanns Gehölzvermehrung"
Alle Methoden zur Vermehrung von Bäumen und Sträuchern - Herkunft, Ernte und Aufbereitung des Saatgutes - Alles zu Pflanzenschutz und Unkrautbekämpfung - Für Studierende, Auszubildende und Hobbygärtner In diesem Buch werden alle Grundlagen und praktischen Methoden der Gehölzvermehrung beschrieben. Nach einführenden Kapiteln über Ernte, Aufbereitung und Lagerung von Saatgut werden Aussaatpraktiken im Freiland und unter Glas behandelt. Im Anschluss werden alle vegetativen Vermehrungsmethoden, die Vermehrung durch Abrisse, Ableger, Stecklinge, Steckholz oder Veredlung, beschrieben. Ein spezieller Teil stellt die effektivsten Vermehrungsmethoden von mehr als 300 Gattungen von Laub- und Nadelgehölzen sowie Bambus vor.
- Philipp
- Beiträge: 53
- Registriert: Do 10. Jan 2013, 21:21
- Bundesland: Bayern
- Geschlecht: Männlich
- Klimazone: 6b
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo Katrin,Katrin hat geschrieben:Damit vermehre ich auch einige Exoten erfolgreich. Einige recht schwer vermehrbare, wie z.B. Erythrina und Echium gehen nur so.
wie machst du das mit Erythrina? Nimmst du stark verholzte Triebe? Ich habe es schon mehrmals mit einjährigen, etwas schwächer verholzten Trieben probiert, die aus einer stärker verholzten Achsel herausgebrochen wurden. Die haben zwar meist Kallus gebildet, sind dann aber (oft im Laufe von Monaten) zurückgetrocknet, ohne jemals Wurzeln zu bilden. Bei älteren Trieben habe ich mich der Mutterpflanze zuliebe noch nie getraut, außerdem dachte ich das dauert sicher ewig...
Echium geht übrigens zufriedenstellend über Kopfstecklinge, allerdings darf das verwendete Material keinesfalls zu hart sein.
Viele Grüße
Philipp
Philipp
- Steffi
- Beiträge: 43
- Registriert: Mo 28. Jan 2013, 18:51
- Bundesland: Sachsen
- Geschlecht: Weiblich
- Klimazone: 7b
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo1
Ich wollte mit grünen Stecklingen Erythrina bidwillii bewurzeln, was mir leider nicht gelungen ist. Nun werde ich es mit Risslingen versuchen.
Ich wollte mit grünen Stecklingen Erythrina bidwillii bewurzeln, was mir leider nicht gelungen ist. Nun werde ich es mit Risslingen versuchen.
Viele Grüße
Steffi
Steffi
- Katrin
- Beiträge: 79
- Registriert: So 27. Jan 2013, 22:30
- Bundesland: Sachsen
- Geschlecht: Weiblich
- Klimazone: 7b
Re: Vermehrung durch Rißlinge
Hallo ihr Beiden,
bei mir hat nur eine Methode funktionippelt
und zwar im Frühsommer wenn die Neutriebe ca. 15 cm lang sind, direkt am Stamm mit einem scharfen Messer abnehmen. Ich füge mal ein Bild an, da sieht man das der Neutrieb so eine Wulst am Altstamm bildet, dieser bleibt am Steckling und nur daraus bilden sich dann die neuen Wurzeln, so wird der Kallus schon mitgeliefert. Nach längerem Antrocknen hab ich sie dann in Erde/Sand 1:1 gesteckt und bei ca. 28°C Bodentemperatur bewurzelt. So gelang es zu 75%
Das Bild ist vom Sommer, die Triebe sind da schon zu stark aber man sieht die Wulst ganz gut.
Steffi, hat dein E. x bidwillii schon Blüten gezeigt ? Ich drück Dir die Daumen für die Steckis
bei mir hat nur eine Methode funktionippelt
Das Bild ist vom Sommer, die Triebe sind da schon zu stark aber man sieht die Wulst ganz gut.
Steffi, hat dein E. x bidwillii schon Blüten gezeigt ? Ich drück Dir die Daumen für die Steckis
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Liebe Grüße
Katrin
Katrin