Carmella hat geschrieben:Diese Frage stelle ich mir auch gerade... was ist gestaucht und woran erkenne ich das.
Gestauchte Hibisken erkennt man an den kurzen Nodienabständen (Blattaustriebsabständen).
Die im Frühjahr in den Gartencentern, Gärtnereien und auch Supermärkten angebotenen Hibisken wurden alle über Kopfstecklinge vermehrt, meist zu zweit oder zu dritt in einen Topf gesetzt. Sobald sich das erste Wachstum und Blütenknospen zeigen werden sie auf einem Band unter die Hormondusche geschickt um das Wachstum zu bremsen. Sie wachsen dann extrem langsam, bilden aber Blütenknospen ohne Ende und das beeindruckt die Käufer. Durch den Wachstumshemmer werden die Hibisken meist zu Einjährigen degradiert, im Mai gekauft, im Oktober auf den Kompost.
Da die Hibisken nach so einer Behandlung auch eine "Stauchung" im Wurzelballen erleben ist es so wichtig die Erde, meist stark torfhaltiges Substrat, auszuspülen.
Warum das gemacht wird? um die Pflanzen nicht nur kompakt und damit attraktiv aussehen zu lassen sondern auch um Platz und Gewicht (torfhaltiges Substrat ist leicht) für den Versand in alle Welt zu sparen. Wir hier in Deutschland sind ja nur Minimalabnehmer, Asien, Fernost und Japan wie auch osteuropäische Länder und Russland sind Hauptabnehmer.
Nachdem über Jahre die Aufklärung über die behandelten Hibisken funktionierte (ich bin dagegen Sturm gelaufen) und die Stimmung entsprechend kippte werden von den dänischen, niederländischen Produktionsbetrieben neue Sorten gezüchtet die ohne oder nur mit einer Dusche auskommen und somit echte Neuheiten sind.
Dieses Frühjahr habe ich aus einem italienischen Produktionsbetrieb wunderschöne große, voll blühende neue Sorten bestaunen können.
Herzliche Grüße
Ulla